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Paritätischer Armutsbericht: Jeder sechste Mensch betroffen - Armut in Niedersachsen steigt weiter.
Armut in Niedersachsen nimmt weiter zu: Die Armutsquote liegt aktuell bei 17,4 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen (2024: 16,9 Prozent). Niedersachsen liegt damit weiterhin deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 16,1 Prozent. Somit gilt fast jeder sechste Mensch im Land als arm, das sind insgesamt rund 1,4 Millionen Bürger*innen.
Der heute veröffentlichte Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbands zeichnet bundesweit ein alarmierendes Bild sozialer Unsicherheit. Unter dem Titel „Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit“ zeigt der Bericht, dass sich die soziale Spaltung weiter verschärft, ganz besonders auch in Niedersachsen.
„Die steigenden Armutszahlen sind ein deutliches Warnsignal. Immer mehr Menschen in Niedersachsen geraten unter Druck, während gleichzeitig über Kürzungen sozialer Leistungen diskutiert wird. Dies schürt Angst und Unsicherheit und spielt Populisten und Extreminsten in die Hände“, erklärt Kerstin Tack, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen.
Besonders betroffen von Armut sind erneut ältere Menschen, Frauen, Alleinerziehende, alleinlebende Menschen, Kinder und Familien mit geringem Einkommen, Menschen mit Behinderungen, Geflüchtete sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen. Die Folgen von Armut sind für viele Menschen längst im Alltag spürbar, so können sie sich unerwartete Ausgaben nicht mehr leisten, sparen beim Heizen oder verzichten auf gesellschaftliche Teilhabe.
Der aktuelle paritätische Armutsbericht macht zudem deutlich, dass Armut stark regional geprägt ist. Die beiden größten Städte Niedersachsens liegen mit ihren Armutsquoten über dem Bundesdurchschnitt. In Hannover beträgt die Quote 16,4 Prozent, in Braunschweig 16,7 Prozent. Besonders alarmierend ist die Situation in der Region Weser-Ems, die mit einer Armutsquote von 20,8 Prozent einen traurigen zweiten Platz aller bundesweit ausgewählten Regionen einnimmt.
„Nachdem soziale Sicherheit schon über Jahre ausgehöhlt wurde, statt sie zu stärken, drohen jetzt sogar noch weitere Kürzungen: beim Wohngeld, beim Unterhaltsvorschuss, in der Jugendhilfe, in der Eingliederungshilfe, bei Rente und Krankenversicherung. Und wieder trifft es gerade die Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind: Alleinerziehende, Alte, Kranke, Menschen mit Behinderungen, Geflüchtete sowie Kinder und Jugendliche.“, so Tack weiter.
Ihr Appell an die Politik: „Wer in der Krise den Sozialstaat weiter abbaut, der vertieft die Krise. Die Bundesregierung ist aufgefordert, diesen Kurs zu stoppen und endlich eine Politik zu machen, die Armut bekämpft statt verwaltet!"
► Den Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbands „Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit“ können Sie hier herunterladen.
► Weitere Informationen zu den Debatten um Sozialabbau: www.stoppt-sozialabbau.de
