Steigende Pflegekosten: Statement von Kerstin Tack, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen
Statement von Kerstin Tack, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen, zu den weiter steigenden Kosten in der stationären Pflege: „Die finanzielle Überforderung pflegebedürftiger Menschen nimmt weiter zu – und sie muss dringend beendet werden. Pflegebedürftigkeit darf nicht länger dazu führen, dass Menschen in Armut geraten. Auch in Niedersachsen wird deutlich, wie ernst die Lage ist: Wer neu in ein Pflegeheim einzieht, muss hier inzwischen durchschnittlich 2.903 Euro pro Monat selbst aufbringen. Noch im Juli 2025 lag dieser Betrag bei 2.785 Euro. Innerhalb von nur einem halben Jahr ist der Eigenanteil damit um 4,23 Prozent gestiegen.
Für viele Betroffene sind diese Kosten nicht mehr tragbar. So werden Pflegekosten auch zu einem Treiber zunehmender gesellschaftlicher Ungleichheit, da Vermögen nicht mehr an Kinder vererbt werden können, sondern für die Pflegekosten aufgebraucht werden. Das trifft vor allem diejenigen, die ohnehin wenig haben.
Dabei ist seit Langem klar, was konkret helfen würde: eine solidarisch finanzierte Pflegevollversicherung, die alle beteiligt. Statt diesen notwendigen Schritt zu gehen, begnügen sich Bund und Länder mit dem sogenannten Zukunftspakt Pflege, der weder die Kostenexplosion bremst noch den Menschen echte Sicherheit gibt. Jetzt ist es Zeit für einen grundlegenden Neuanfang – für eine umfassende Reform und einen echten Systemwechsel in der Pflege, der Pflegebedürftige wirksam vor Armut schützt.“

