Social-Media-Verbot: Jugendliche beteiligen – Plattformen in die Pflicht nehmen
Paritätischer Niedersachsen und Paritätisches Jugendwerk Niedersachsen (PJW) fordern echte Jugendbeteiligung in der Debatte um eine verpflichtende Jugendversion für Jugendliche von 14 bis 16 Jahren und sehen Verantwortung bei Betreibern von Plattformen und Politik.
Die aktuell geführte Debatte um ein Social-Media-Verbot für Jugendliche wird aus Sicht des Paritätischen Niedersachsen und seiner Jugendorganisation Paritätisches Jugendwerk Niedersachsen (PJW) erneut vor allem über junge Menschen geführt – statt mit ihnen.
„Medienkompetenz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, keine Frage des Alters. Ein pauschales Verbot greift zu kurz. Es verschiebt Verantwortung von Plattformbetreibern und Politik auf Jugendliche und ihre Familien“, sagt Kerstin Tack, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen.
Da Plattformbetreiber zum Zeitpunkt nicht in der Lage zu sein scheinen, Algorithmen zu konzipieren, die junge Menschen schützen, setzt der Paritätische Niedersachsen auf aktive Jugendbeteiligung. „Junge Menschen sind Expert*innen ihrer eigenen Lebenswelt. Sie müssen als solche ernst genommen und in politische Entscheidungsprozesse einbezogen werden“, betont Tack. Die Diskussion um pauschale Verbote sei ein weiteres Beispiel dafür, dass junge Perspektiven in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen häufig fehlen – obwohl es unmittelbar um ihren Alltag geht.
Social Media ist Teil jugendlicher Lebensrealität
„Die öffentliche Debatte vermittelt ein verzerrtes Bild. Junge Menschen gehen vielfach reflektierter mit sozialen Medien um, als es politische Diskussionen vermuten lassen. Ihre Erfahrungen und Lösungsvorschläge können die aktuelle Auseinandersetzung maßgeblich bereichern“, so Tack.
Und weiter: „Jugendliche wissen um die Risiken, die mit Social Media verbunden sind: Cybermobbing, Desinformation, Suchtmechanismen oder problematische Inhalte. Gleichzeitig äußern sie deutlich den Wunsch nach mehr Unterstützung im Umgang mit diesen Herausforderungen.“
Neben Regulierung braucht es Bildung und Unterstützung
Neben den Regulierungsforderungen sind aus Sicht des Paritätischen Niedersachsen außerdem notwendig:
- verbindliche und konsequent durchgesetzte Regeln für Plattformanbieter,
- wirksamer Jugend- und Datenschutz,
- eine stärkere Regulierung von Algorithmen und Geschäftsmodellen,
- umfassende Medienbildung für alle Altersgruppen,
- niedrigschwellige Beratungs- und Unterstützungsangebote.
Jugendbeteiligung strukturell verankern
Vor dem Hintergrund zunehmender extremistischer Tendenzen und demokratiefeindlicher Entwicklungen ist die Einbeziehung junger Menschen in politische Prozesse notwendiger denn je, warnen der Paritätische Niedersachsen und sein Jugendverband, das PJW.
Der Paritätische Niedersachsen bietet gemeinsam mit dem PJW sowie dem Beteiligungsprojekt „Wir reden mit!“ konkrete Strukturen, um junge Menschen aktiv in politische Diskussionen einzubinden – auch in die aktuelle Debatte um soziale Medien.

