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„Demokratie lebt vom Mitmachen“ – Paritätischer Demokratiedialog 2026 setzt Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt

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„Demokratie stärken – gemeinsam für eine demokratische Gegenwart und Zukunft“ auf dem Podium diskutierten (v.l.n.r.) Kerstin Tack, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen und Pressesprecher Jens Starkebaum, Dr. Ernesto Harder, Vorsitzender DGB Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt, Ninia LaGrande, Moderatorin, Autorin, Podcasterin, Sprecherin und Schauspielerin, Christoph Meinecke, Stellv. Hauptgeschäftsführer Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN), Dr. Anja Langness, Senior Project Manager, Bertelsmann Stiftung, Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer Paritätischer Gesamtverband, Hajo Rosenbrock, Vorstandsvorsitzender Turn-Klubb zu Hannover (TKH) und Niklas Kleinwächter, Vorsitzender der Landespressekonferenz Nds.

„Ihre Kampagne ‚Du bist Demokratie‘ macht aufmerksam auf die Würde jedes und jeder einzelnen. Dass Sie hier in dieser Runde zusammenkommen, ist ein Bekenntnis zur Demokratie – nicht nur auf dem Papier. Diesen Weg sollten sie weitergehen.“ Mit diesen Worten würdigte die Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtags, Barbara Otte-Kinast, beim Paritätischen Demokratiedialog am 17. März 2026 in Hannover das Engagement der Freien Wohlfahrtspflege für eine lebendige Demokratie.

Zahlreiche Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft, Politik, Medien, Wirtschaft und Verbänden waren der Einladung des Paritätischer Wohlfahrtsverbands Niedersachsen gefolgt, um über Wege zur Stärkung demokratischer Kultur zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt in Zeiten zunehmender Polarisierung und wachsender demokratischer Herausforderungen gestärkt werden kann.

Die Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen, Kerstin Tack, machte deutlich, dass Demokratie nicht nur in Parlamenten stattfindet, sondern im Alltag vieler sozialer Einrichtungen gelebt wird. „Demokratie ist keine abstrakte Staatsform. Sie ist gelebte Praxis“, sagte Tack. „Sie entsteht dort, wo Menschen beteiligt werden, Verantwortung übernehmen und ihre Stimme einbringen können.“

Die rund 880 Mitgliedsorganisationen des Paritätischen in Niedersachsen mit mehr als 90.000 Beschäftigten seien zentrale Orte demokratischer Praxis – von Kitas über Beratungsstellen bis zur Pflege. Dort werde täglich erfahrbar, dass Teilhabe, Respekt und Vielfalt das Fundament einer demokratischen Gesellschaft bilden.

Aus einer vom Meinungsforschungsinstitut YouGov im Zeitraum 20. bis 23. Februar 2026 durchgeführten Studie zur Bedeutung des Sozialstaats gehe allerdings laut Tack hervor, dass rund 70 Prozent der Befragten die finanzielle Ausstattung sozialer Einrichtung als nicht ausreichend bezeichnen. 73 Prozent der Befragten wollen indes, dass sehr hohe Vermögen stärker zur Finanzierung des Sozialstaats beitragen, weil wiederum 79 Prozent von ihnen sagen, dass der Sozialstaat den Zusammenhalt verbessere und die Demokratie stärke.

In seiner Keynote unterstrich Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, die Bedeutung sozialer Infrastruktur für das Funktionieren der Demokratie. „Wer bei sozialer Arbeit spart, schwächt unsere Demokratie“, sagte Rock auch mit Blick auf die aktuelle Diskussion um das geplante Aus für die Asylverfahrensberatung. Investitionen in soziale Infrastruktur seien keine Belastung für den Staatshaushalt, sondern eine Investition in gesellschaftliche Stabilität. Jeder Euro, der hier eingesetzt werde, zahle sich volkswirtschaftlich mehrfach aus – durch mehr Teilhabe, mehr Zusammenhalt und mehr Vertrauen in unsere demokratischen Institutionen.

Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Demokratie stärken – gemeinsam für eine demokratische Gegenwart und Zukunft“ diskutierten Vertreter*innen aus Politik, Medien, Wirtschaft, Gewerkschaften, Sport und Kultur über Wege, demokratische Beteiligung zu stärken – auch außerhalb von Parteien oder Wahlen.

Zum Abschluss betonte Tack die Verantwortung der Zivilgesellschaft für eine starke Demokratie: „Demokratie ist keine Zuschauerveranstaltung. Sie lebt vom Mitmachen, vom Einmischen und von Solidarität. Die tägliche Arbeit unserer Mitgliedsorganisationen zeigt: Wer Teilhabe ermöglicht und Menschen zusammenbringt, stärkt auch die Demokratie.“