Paritätischer Niedersachsen verabschiedet Ulla Klapproth
Mit großem Dank und sichtbarer Anerkennung hat der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen am Dienstagabend in Hannover die langjährige Verbandsratsvorsitzende und Trägerin des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland Ulla Klapproth aus ihrem Amt verabschiedet.
„Heute ist ein Tag des Dankes. Ein Tag der Anerkennung. Denn wir verabschieden nicht einfach eine Verbandsfunktionärin – wir verabschieden eine Ära“, sagte der amtierende Verbandsratsvorsitzende Kurt Spannig in seiner Laudatio.
Klapproth habe den Verband über Jahrzehnte hinweg geprägt – mit Haltung, Mut und einem klaren Kompass für soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und Selbstbestimmung. Bereits in den 1970er-Jahren habe sie mit ihrer Arbeit in einer der ersten Mädchenwohngruppen neue Wege in der sozialen Arbeit beschritten. Später engagierte sie sich unter anderem beim Aufbau innovativer Wohnformen für Menschen mit Behinderungen und setzte sich früh für Selbstbestimmung und Teilhabe statt Fürsorge ein.
Seit Ende der 1980er-Jahre ist Klapproth eng mit dem Paritätischen verbunden. Über den von ihr mitgegründeten Verein Treffpunkt im Landkreis Northeim führte ihr Weg in die Gremien des Verbandes. Ab 1996 gehörte sie dem Verbandsrat des Paritätischen Niedersachsen an und prägte dessen strategische Entwicklung 30 Jahre lang entscheidend mit.
Auch auf Bundesebene brachte sie ihre Erfahrung ein: Als Mitglied des ehrenamtlichen Vorstands des Paritätischen Gesamtverbands vertrat sie die Interessen der Mitgliedsorganisationen aus Niedersachsen und setzte wichtige Impulse für soziale Gerechtigkeit und Teilhabe.
Der hauptamtliche Vorstand des Paritätischen Niedersachsen, Kerstin Tack und Rainer Flinks, würdigte Klapproths Lebenswerk ebenfalls mit großem Respekt. „Ulla Klapproth hat den Paritätischen über Jahrzehnte mitgestaltet und geprägt. Sie hat sich immer dafür eingesetzt, dass gerade auch kleine Mitgliedsorganisationen gesehen werden. Ihre Stimme hatte Gewicht – im Verband wie darüber hinaus“, betonten Tack und Flinks.
Erst vor wenigen Wochen beschloss die Mitgliederversammlung unter Klapproths Vorsitz die Strategie 2030, mit der der Paritätische Niedersachsen seine zukünftige Ausrichtung festgelegt hat. „Du übergibst ein gut bestelltes Haus“, sagte Spannig in seiner Rede. „Dass wir heute so klar wissen, wohin wir wollen, ist auch Dein Verdienst.“
Die Veranstaltung wurde von zahlreichen persönlichen Wegbegleiter*innen sowie Mitgliedsorganisationen des Verbandes begleitet, die Klapproths Engagement und ihre Haltung würdigten.
Zum Abschluss der Veranstaltung erhielt Ulla Klapproth selbst das Wort. „Soziale Arbeit mit Menschenrechtskompass trägt zur Demokratiestärkung bei. Das zeichnet für mich den Paritätischen aus. Es ist gut zu wissen, dass der Verband in guten Händen ist. Nun freue ich mich darauf, das Geschehen von außen zu betrachten.“
Mit der Verabschiedung endet Klapproths langjährige Tätigkeit in den Führungsgremien des Paritätischen Niedersachsen – ihre Spuren im Verband und in der sozialen Arbeit des Landes bleiben jedoch bestehen.

