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Gelebte Inklusion in der Kita St. Norbert in Friedland: Zweite Qualifizierungsrunde erfolgreich gestartet

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Inklusion auf dem Arbeitsmarkt für Menschen mit Beeinträchtigung wird konkret – und gewinnt weiter an Dynamik: Beim Pressetermin in der Kita St. Norbert in Friedland am 04. März 2026 wurde deutlich, wie erfolgreich das von Aktion Mensch geförderte und vom Paritätischen Niedersachsen initiierte und koordinierte Projekt „Inklusion in Kita-Teams“ inzwischen arbeitet. Nach einem gelungenen Auftakt im vergangenen Jahr startet nun der zweite Durchgang der Qualifizierungsreihe: Insgesamt 15 Projektteilnehmer*innen lassen sich in den kommenden zehn Monaten zur Kita-Assistenz ausbilden.

Kerstin Tack, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen, betont: „Mit der zweiten Qualifizierungsrunde zeigen wir, dass das Projekt ‚Inklusion in Kita-Teams‘ kein Modellversuch bleibt, sondern Schritt für Schritt in die Praxis wächst. Menschen mit Beeinträchtigungen sind eine Bereicherung für Kita-Teams – inhaltlich wie menschlich. Gleichzeitig schaffen wir konkrete berufliche Perspektiven auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Das ist ein Gewinn für die Einrichtungen, für die Teilnehmenden und für unsere Gesellschaft insgesamt.“

Ziel des Projekts ist es, Menschen mit Beeinträchtigungen neue berufliche Perspektiven im sozialversicherungspflichtigen Bereich über das Budget für Arbeit zu eröffnen und zugleich Kindertagesstätten als inklusive Arbeitsorte zu stärken.

Die Teilnehmenden kommen aus der Region Hannover, der Stadt Braunschweig, dem Landkreis Hameln – und erstmals auch aus dem Landkreis Göttingen. Insgesamt drei angehende Kita-Assistenzen absolvieren aktuell ihre praktische Ausbildung in Einrichtungen in Stadt und Landkreis Göttingen. Eine von ihnen ist Lina Kollender, die bereits seit Längerem über einen ausgelagerten Arbeitsplatz in Begleitung der Göttinger Werkstätten zum Team der Kita St. Norbert in Friedland gehört und nun die Chance nutzt, einen Abschluss zu erwerben und einen Arbeitsvertrag zu erhalten.

„Für mich ist es unglaublich wichtig, am Ende ein Zertifikat in der Hand zu halten – etwas Echtes, das zeigt: Ich habe eine Ausbildung abgeschlossen“, sagt Lina Kollender. „Ich möchte auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten und meinen eigenen Beitrag leisten. Diese Qualifizierung gibt mir die Möglichkeit, meinen Weg selbstbewusst weiterzugehen. Ich wurde sehr gut in der Kita aufgenommen und fühle mich hier sehr wohl und bin dankbar, dass ich diese Ausbildung absolvieren kann.“

Ein zentrales Element des Projekts ist erneut die begleitende Qualifizierung zur Kita-Assistenz. Alle 15 Teilnehmenden der zweiten Runde besuchen die Akademie für Rehaberufe der Lebenshilfe Niedersachsen. Dort erwerben sie im mehrwöchigen Präsenzunterricht das notwendige theoretische Fachwissen, das sie mit ihrer praktischen Tätigkeit in den Einrichtungen verzahnen.

Auch vor Ort in Friedland wird die Zusammenarbeit als große Bereicherung erlebt. Marion Hoffknecht vom Kita-Leitungsteam erklärt: „Lina ist schon jetzt ein fester Bestandteil unseres Teams. Sie unterstützt engagiert im Alltag, ist nah an den Kindern und bringt eine große Verlässlichkeit mit. Dass sie nun die Möglichkeit bekommt, einen Abschluss zu erwerben, ist ein starkes Signal – für sie persönlich und für uns als Einrichtung.“

Als katholischer Träger unterstreicht auch Wigbert Schwarze, Dechant der Katholischen Kirche im Dekanat Göttingen, die Bedeutung des Projekts: „Inklusion ist für uns Ausdruck unseres christlichen Menschenbildes. Jeder Mensch hat Gaben und Fähigkeiten, die wertvoll sind. Wenn wir diese Potenziale fördern und echte Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen, dann wird Nächstenliebe konkret und sichtbar. Aus diesem Grund freut es mich, dass wir in unserer Kindertagesstätte St. Norbert Lina Kollender die Möglichkeit zur Weiterqualifizierung geben können.“

Friedlands Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs hebt die regionale Dimension hervor: „Es freut mich sehr, dass Friedland Teil dieses zukunftsweisenden Projekts ist. Dass nun auch der Landkreis Göttingen in der zweiten Runde vertreten ist, zeigt die wachsende Strahlkraft des Vorhabens. Inklusion stärkt nicht nur einzelne Menschen, sondern unsere gesamte Kommune.“

Mit dem zweiten Durchgang baut das Projekt „Inklusion in Kita-Teams“ seine Reichweite weiter aus. Es steht beispielhaft dafür, wie inklusive Arbeitsmodelle nachhaltig etabliert werden können – praxisnah, qualitätsgesichert und mit klarer Perspektive auf eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

► Mehr Informationen erhalten Sie auf unserer Projektseite.