Reform der Krankenkassen darf nicht nur auf Kosten der Versicherten gehen.
Zu den am 30.03.2026 präsentierten Vorschlägen der Finanzkommission zu Reformen der gesetzlichen Krankenkassen erklärt Kerstin Tack, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen:
„Die Vorschläge der Kommission sind ein Potpourri an Ideen, die an vielen Stellen Kosten auf die Versicherten verlagern. Eine Erhöhung der Zuzahlungen und eine Streichung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern beispielsweise belasten Menschen gleich mehrfach zusätzlich. Besonders betroffen sind chronisch kranke Menschen sowie Haushalte mit geringem Einkommen.
Eine wirkliche Reform muss die Ursachen der Kostensteigerungen in den Blick nehmen, etwa die hohen Renditen im Bereich der Medikamentenversorgung, und die Finanzierung des Gesundheitswesens mit einer Bürgerversicherung auf eine breitere Basis stellen.
Uneingeschränkt zu begrüßen ist, dass gesundheitsschädliche Produkte wie Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Lebensmittel stärker besteuert werden sollen. Das ist ein wichtiger Schritt für mehr Prävention, er bleibt jedoch wirkungslos, wenn gleichzeitig präventive Leistungen eingeschränkt werden.
Die notwendige Reform des Gesundheitswesens muss die gravierenden Ungleichheiten im Gesundheitssystem reduzieren, nicht noch verstärken!“

