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Paritätischer Niedersachsen zur bundesweiten Aktionswoche 2026 „Gut betreut in der Kindertagespflege“ vom 04. bis 10. Mai 2026.
Der Paritätische Niedersachsen unterstützt die diesjährige Aktionswoche „Gut betreut in der Kindertagespflege“ – verbindet dies jedoch mit einem klaren Appell: Die positiven Signale dürfen nicht über strukturelle Probleme hinwegtäuschen. Unter dem Aktionsgedanken „Kindertagespflege in Gelb – Hier geht für die Kleinsten die Sonne auf“ machen Kindertagespflegepersonen landesweit mit gelber Kleidung auf ihre wichtige Arbeit aufmerksam.
„Diese Bilder sind wichtig – aber sie dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kindertagespflege in Niedersachsen weiterhin unter schwierigen Bedingungen arbeitet. Als Paritätischer fordern wir unter anderem eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung sowie eine Vergütung der Betreuungsstunden auch bei Krankheit der Kinder“, betont Kerstin Tack, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen.
Die Zahlen aus Niedersachsen unterstreichen die Relevanz: Im Jahr 2025 betreuten 4.450 Kindertagespflegepersonen rund 17.900 Kinder, darunter insgesamt 13.500 unter drei Jahren. Während die Zahl der Fachkräfte in Kitas über das letzte Jahrzehnt deutlich anstieg, verzeichnet die Kindertagespflege in Niedersachsen und bundesweit einen rückläufigen Trend. Bundesweit verringerte sich die Zahl zwischen 2015 und 2025 um rund 15 %.
„Damit für alle Kinder die Sonne aufgeht, braucht es mehr als symbolische Aktionen. Es braucht politische Entscheidungen, die die Kindertagespflege nachhaltig stärken und die dafür sorgen, dass es weiterhin Menschen gibt, die diesen wichtigen Beruf ausüben“, so Tack.
Kindertagespflege bietet vor allem Kindern unter drei Jahren eine individuelle, überschaubare und verlässliche Betreuung – meist im häuslichen Umfeld. Zudem übernimmt die Kindertagespflege wichtige ergänzende Aufgaben, etwa bei Betreuungslücken, Kita-Schließzeiten oder im Ganztagsbereich für Grundschulkinder. Für Familien mit besonderen zeitlichen Anforderungen sowie für Kinder, die in größeren Einrichtungen schnell überfordert sind, stellt sie eine unverzichtbare Alternative dar und trägt wesentlich zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei.
