In der Runde wurde kontrovers über die Situation von Menschen mit Behinderungen, den Fachkräftemangel in der sozialen Arbeit, die schwierige Situation in der Pflege und die Lage am Wohnungsmarkt diskutiert. Insbesondere bei der von der Paritätischen Familie geforderten Pflegevollversicherung wurden Unterschiede deutlich. Während Union und FDP für eine eigenverantwortliche Vorsorge und für die Idee einer betrieblichen Pflegeversicherung warben, begrüßten die anderen Parteien die Idee einer Pflegevollversicherung. Kerstin Tack machte deutlich: „Eine Teilkasko-Lösung für die Pflege dürfen wir uns nicht leisten. Die Tatsache, dass Frauen übermäßig oft privat die Care-Arbeit für Angehörige übernehmen, wird allmählich zu einem echten volkswirtschaftlichen Problem. Viele Frauen arbeiten ungewollt in Teilzeit, weil sie sich um Angehörige kümmern, für die die Pflege schon heute unbezahlbar ist.“
Nicht weniger kontrovers diskutierten die Podiumsteilnehmer*innen über die Lage am Wohnungsmarkt. Reinhardt-Klein (FDP) erntete für seine Analyse einer Überregulierung des Wohnungsmarktes heftige Kritik von Grünen, Linken und Sozialdemokraten, die für Mietpreisbremse und Investitionen in den sozialen Wohnbau warben.
Am Ende der rund einstündigen Talkrunde vervollständigten alle Politiker*innen den Satz „Du bist Demokratie, weil…“ und unterstrichen mit ihren individuellen Statements die Bedeutung einer demokratischen Wahlentscheidung bei der anstehenden Bundestagswahl für die Zukunft unserer Gesellschaft.