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Kinderrechte durchsetzen, Kinder und Jugendliche besser an Entscheidungen beteiligen

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PM 19/22 v. 03.06.2022

Foto: iStock.com/Chinnapong

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen und seine Mitgliedsorganisationen setzen sich dafür ein, junge Menschen besser an Entscheidungen, die sie betreffen, zu beteiligen. „Kinder und Jugendliche sind Expert*innen in eigener Sache“, sagt Kerstin Tack, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen. „Sie sollten auch so behandelt werden. Das trifft auf alle jungen Menschen zu – besonders aber auf die, die ohne große Lobby sind, weil sie z.B. in Einrichtungen der Jugendhilfe aufwachsen.“ Knapp 50 Vertreter*innen von Mitgliedsorganisationen des Paritätischen setzten sich daher heute bei einem Fachtag in Hannover damit auseinander, wie diese Beteiligung gelingen kann.

Hintergrund: Mit der Reform des SGB VIII, das die gesetzliche Grundlage für die Kinder- und Jugendhilfe darstellt, wurde die Grundlage dafür geschaffen, dass junge Menschen mit ihren individuellen Anliegen auch in diesen Strukturen besser Gehör finden. Dafür müssen einerseits die Träger der Jugendhilfe entsprechende Voraussetzungen in ihren Einrichtungen und im Arbeitsalltag ihrer Beschäftigten schaffen. Andererseits müssen auch die Hilfeplanprozesse, an denen die Jugendhilfeträger und die Jugendämter beteiligt sind, so gestaltet werden, dass Kinder und Jugendliche ihre Anliegen vortragen können – und dass ihre Interessen dann auch berücksichtigt werden. Und schließlich muss die Politik in ihrer Arbeit berücksichtigen, dass die Arbeit in den Jugendhilfeeinrichtungen und die Hilfeplanverfahren so mitunter aufwändiger werden. „Die Beteiligung der Menschen, um die es geht, ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Wie sollen Hilfen gestaltet werden, wenn die entscheidenden Personen außen vorgelassen werden? “, fragt Kerstin Tack.

Die Mitgliedsorganisationen im Paritätischen Niedersachsen haben schon viel getan, um die Beteiligung ihrer jungen Klient*innen besser in den Alltag zu integrieren. „Mit Änderungen in den Einrichtungen ist es aber nicht getan. Insgesamt wird der Rechtsanspruch der Kinder und Jugendlichen, der ja aus der Kinderrechtskonvention hervorgeht, immer noch nicht ausreichend umgesetzt“, sagt Kerstin Tack. „Hierzu fehlen zum Beispiel entsprechende Rahmenbedingungen, die den jungen Menschen ermöglichen, ihre Anliegen anzubringen und auch durchzusetzen. Hier müssen Strukturen auch auf Landesebene geschaffen werden.“ Empfehlenswerte Ansatzpunkte aus Sicht des Paritätischen und seiner Mitgliedsorganisationen sind ein regelmäßiger Jugendcheck und die Einberufung eines Landesheimbeirats für Kinder und Jugendliche in der Jugendhilfe.