Presseservice

PM 24/21 v. 16.08.2021

| Aktuelles

Afghanische Ortskräfte nicht vergessen: Großzügige Aufnahmeregelung dringend geboten

Die Bundeswehr hilft mit Flugzeugen aus Wunstorf, Deutsche aus dem erneut von den Taliban kontrollierten Afghanistan zu evakuieren. Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachen e.V. fordert, auch Einheimische auszufliegen, die in den vergangenen Jahren der Bundeswehr und anderen deutschen Institutionen wertvolle Dienste geleistet haben. Bundeskanzlerin Merkel hat Medienberichten zufolge jüngst die Evakuierung von bis zu 10.000 Menschen in Aussicht gestellt. „Die Bundesregierung muss den Ankündigungen der Kanzlerin nun schnell Taten folgen lassen. Ohne die Hilfe dieser Menschen hätten unsere Truppen, Entwicklungshilfeorganisationen und die deutschen Medien ihre Arbeit vor Ort nicht leisten können“, sagt Rainer Flinks, Vorstand Wirtschaft und Finanzen des Paritätischen. „Ihre Orts- und Sprachkenntnisse waren von unvergleichlichem Wert. Dafür muss sich Deutschland jetzt revanchieren und die Ortskräfte mitsamt ihren Familien ausfliegen. Denn die Menschen, die uns geholfen haben, schweben in unmittelbarer Lebensgefahr.“

Bürokratische Hürden dürfen dabei kein Argument sein, dringend notwendige Hilfe zu leisten. „Die Bundeswehr und andere Einrichtungen wissen, mit wem sie zusammengearbeitet haben. Wenn dann jemand keinen aktuell gültigen Pass vorweisen kann, darf uns das nicht daran hindern, diese Menschen vor einer tödlichen Bedrohung zu retten“, sagt Rainer Flinks. „Die Helferinnen und Helfer werden von den Taliban verfolgt und getötet, gerade weil sie uns geholfen haben. Wir tragen eine Verantwortung für diese Menschen und ihre Familien. Der humanitäre Aspekt muss hier absoluten Vorrang gegenüber allen bürokratischen Einwänden haben.“