Behindertenhilfe

Fachtag "Auf dem Weg zu einem inklusiven SGB VIII"

Auf dem Weg zu einem inklusiven SGB VIII: Behindertenhilfe und Jugendhilfe gemeinsam in die richtige Richtung

Fachtagung am 23.10.2018

Seit vielen Jahren bewegt die Kinder- und Jugendhilfe ebenso wie die Behindertenhilfe die Debatte um die sog. „Große Lösung“ bzw. die inklusive Weiterentwicklung des Sozialgesetzbuches VIII – Kinder- und Jugendhilferecht. Vor diesem Hintergrund fand sich im Paritätischen Niedersachsen e.V. eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der beiden Fachbereiche sowohl aus der Praxis als auch der Landesebene zusammen.

Zunächst richtete sich der Fokus der Arbeitsgruppe auf die unterschiedlichen Angebotsformen und deren Weiterentwicklung. Viele Einrichtungen aus der Eingliederungs-, als auch aus der Kinder- und Jugendhilfe, begannen in jüngster Vergangenheit zunehmend Angebote im jeweils anderen Rechtsbereich zu entwickeln bzw. inklusiv auszurichten. Schnell wurde klar, dass es mit Blick auf die komplexen Fragestellungen einer größeren Veranstaltung zur Diskussion bedurfte. Zudem mehrten sich im Laufe des Jahres 2018 die Signale, dass seitens der Bundesregierung in dieser Wahlperiode doch noch ein neuer Anlauf für eine größere Reform des SGB VIII genommen werden sollte.

Der gemeinsame Fachtag der beiden Fachbereiche Erziehungs- sowie Behindertenhilfe – auch das eine Premiere – sollte den Austausch und die Diskussion zwischen diesen beiden Handlungsfelder über ihre jeweiligen Strukturen, Ziele, Hilfeplanungen und Handlungslogiken weiter befördern und gleichzeitig die fachliche Debatte zur inklusiven Ausgestaltung des SGB VIII voranbringen. Was verbirgt sich hinter dem Schlagwort Inklusion und wie kann die Weiterentwicklung in den einzelnen Arbeitsfeldern in der Praxis konkret aussehen?

Mit diesem Fragen setzten sich am 23.10.2018 die rund 80 Teilnehmenden des Fachtags, der von der Glücksspirale gefördert wurde, auseinander. Mit den beiden Vorträgen von Gila Schindler, KASU – Kanzlei für soziale Unternehmen, und Prof. Dr. Holger Ziegler, Universität Bielefeld, legten zwei versierte ExpertInnen aus ihrer Sicht dar, warum es aus juristischer sowie pädagogischer Perspektive „immer noch so schwer fällt“, zu einem gemeinsamen Lösungsansatz zu kommen.

Am Nachmittag diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv die fachlichen und praktischen Fragen und Herausforderungen in den einzelnen Workshops „Ambulante Hilfen“, „Schulbegleitung“, „Systemsprenger“ bis hin zum Thema „Wohnen“.

Als Abschluss des Tages machte Georg Schäfer vom Jugendamt Celle den Anwesenden Mut und berichtet von den Möglichkeiten für ein produktives Miteinander, die bereits unter den gegebenen Rahmenbedingungen genutzt werden können.

Nach diesem ermutigendem Schlussapell war der einhellige Tenor der Teilnehmenden: „Alles nicht so einfach, aber dennoch fachlich erstrebenswert, sinnvoll und notwendig.